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Der Angelsportverein Sinzig ist seit dem 01. Mai 2002 ehrenamtlicher Bachpate für die Pachtstrecke von der Gemarkungsgrenze Lohrsdorf bis zur Mündung in den Rhein (Leinpfadbrückensteg) Höhe Kripp.
Vertrag unterzeichnet: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.l.n.r.), Rolf Roese-Koerner und die neuen Bachpaten Klaus Müller (Angelsportverein Sinzig), Willi Hecker (vorne), Franz Müller, Hubert Steinheuer und Rainer Küpper.
Vereine aus Heimersheim, Lohrsdorf und Sinzig kümmern sich um Fluss und Ufer - Landrat Dr. Pföhler: “Das ist praxisnaher Gewässerschutz.”
Quelle: Pressedienst der Kreisverwaltung Ahrweiler
Aufgaben des Bachpaten
- Regelmäßige Beobachtung des Gewä¤ssers über einen längeren Zeitraum und Beschreibung des Gewässerzustands.
- Überwachung der ökologisch intakten Verhältnisse in und am Gewässer.
- Mitarbeit bei der Gewässerpflege nach Einweisung durch den Unterhaltspflichtigen.
- Jährliche Information an den Unterhaltungspflichtigen über Beobachtungsdaten und Vorschläge für Schutz- und Pflegemassnahmen zur Wiederherstellung des Naturschutzes.
- Sofortige Unterrichtung des Unterhaltungspflichtigen bei akuten Gewässerbeeinträchtigungen wie z.B. illegale Einleitungen.
Der Unterhaltungspflichtige ist nach dem Landeswassergesetz für mittelgroße Gewässer der Kreis. Zu diesen Gewässern, auch Gewässer II. Ordnung genannt, zählt auch die Ahr. Der Unterhaltungspflichtige ist somit die Kreisverwaltung Ahrweiler.
Gewässergüte der Ahr
Die Ahr besitzt in ihrem Verlauf Gewässergüte Klasse 2. Erst mit Einleitung der geklärten Abwässer aus der Kläranlage Sinzig sinkt dieser Wert auf Klasse 3. Das Absinken der Wasserqualität nimmt besonders in den Sommermonaten zu, da bei geringer Wasserführung der Ahr das Verhältnis des geklärten Abwassers zum Ahrwasser sehr stark ansteigt.
Eine wesentliche Verbesserung im Unterlauf der Ahr durch eine Steigerung der Wasserqualität wäre durch die Verlängerung des Auslaufs der Kläranlage Sinzig mit einer direkten Einleitung in den Rhein erreichbar.
Die direkte Einleitung in den Rhein wäre nicht nur eine wichtige Verbesserung zum Erhalt vorhandener Biotope in der Ahrmündung - der einzigen naturbelassenen Flußmündung Europas - sondern auch eine nachhaltige Unterstützung der Projekte zur Wiederansiedelung von Lachs und Meerforelle.
Diese wandernden Großsalmoniden erkennen ihren Heimatfluss bei der Rückkehr ins Süßwasser an der natürlichen, jeweiligen individuellen Wasserzusammensetzung. Ist jedoch der Anteil des Abwassers im Fluß zu hoch, so kann hierdurch aufsteigenden Fischen die Orientierung genommen werden.
Neophyten
Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die erst nach dem Jahre 1500 eingewandert sind. Eine besondere Rolle bei der Verbreitung spielt der Mensch, denn oftmals gelangten diese Pflanzen durch die ersten Reisenden in unsere Region und konnten sich dann stetig ausbreiten.
Entlang des Flußlaufes der Ahr ist der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica)sehr stark vertreten. Die Pflanze breitet sich im Frühjahr bis Sommer blitzschnell bis zu 2 Meter hohen und dichten Wäldern aus. Da im Schatten des Japanischen Staudenknöterichs keine andere Vegetation eine Lebenschance hat, sind die Standorte im Bereich des Ufers besonders Erosionsgefährdet: im Winter brechen die dann vertrockneten Äste leicht ab, die Rhizome des Knöterichs halten die Erde nicht fest, so dass das Hochwasser das Ufer leicht ausspülen kann.
Ebenfalls stark verbreitet ist das Springkraut. Auch diese Pflanze wächst im Frühjahr recht schnell bis in ca. 1,70m Höhe heran. Zur schnellen Vermehrung der Pflanzen trägt ihr besonderer Schleudermechanismus bei, mit dessen der reife Pflanzensamen meterweit geschleudert und so äußerst effektiv verteilt wird. Somit bildet sich über wenige Jahre blitzschnell eine sehr große Population.
In geringer Zahl ist der Riesenbärenklau oder Herkulesstaude vorhanden. Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude oder botanisch Heracleum mantegazzianum genannt, ist eine Staude von bis zu 5 m Höhe mit kräftigen Stengeln und großen weiß-leuchtenden Doldenblüten, die einen Durchmesser von bis zu 60 cm erreichen.
Ursprünglich ist der Riesenbärenklau im Kaukasus beheimatet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er in Mitteleuropa angesiedelt. Denn der Riesenbärenklau wurde als Zierpflanze und von Imkern auch als Bienenweide geschätzt.
Der Riesenbärenklau, vor allem sein Saft, enthält giftige Furocumarine. Diese verursachen bei Kontakt mit der Haut Rötung und juckende, anschwellende Ekzeme. Durch die im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlen wird eine chemische Reaktion in Gang gesetzt, die zu schweren Verbrennungen führen kann. Gerät man mit Pflanzenteilen in Kontakt, so sollte man sich gründlich mit Wasser und Seife waschen und zur Vorsorge ca. drei Tage die Sonne meiden.
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