RENATURIERUNGSMASSNAHMEN IM UNTERLAUF DER AHR

Uwegmgestaltung der Ahr oberhalb der Mündung

Etwa 700 m oberhalb der Mündung in den Rhein wird die Ahr und das angrenzende Gebiet renaturiert. Der teilweise parallel zur Ahr verlaufende Rad- und Fußgängerweg wird dabei zurückgebaut.

Das somit frei werdende Gelände wird entsprechend umgestaltet, so dass die Ahr im dann breiteren Flußbett neue Flußarme entwickeln kann. Hierdurch wird die Strömungsgeschwindigkeit wirksam reduziert, so dass  sich im weiter flußabwärts gelegenen Ahrbogen die Gefahr eines Durchbruchs mit neuer Mündung wesentlich reduziert.

Vor Beginn der Erdarbeiten wurde das Ufergehölz noch im Frühjahr gestutzt und das zu bearbeitende Gelände auf Blindgünger aus dem 2. Weltkrieg hin untersucht. 

Um den Fischbestand zu schützen, beauftragte die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord zwei Fischereibiologen mit dem elektrischen Abfischen des betroffenen Flußabschnittes, wobei die Mitglieder des Angelsportverein Sinzig und der ARGE Ahr die Aktion mit unterstützten.

Hierdurch standen ca. 15 Personen zur Verfügung, die in zwei Stunden die Ahr auf 150m Länge intensiv abfischten. Die hierbei gefangenen Fische wurden kurzfristig in Plastikwannen gehältert und schnellstmöglich mit großem Abstand zur Baustelle wieder in die Ahr gesetzt.

Neben Döbeln, Barben und einigen Bachforellen wurden vor allem viele Aale, Gründlinge, Mühlgroppen und Elritzen umgesetzt. Besonders die letzgenannten Fischarten flüchten nicht vor einer drohenden Gefahr, sondern verstecken sich unter Steinen oder oder graben sich im Flußgrund ein. Daher war das Abfischen unmittelbar vor Beginn der Baggerarbeiten eine notwendige und wichtige Massnahme zum Schutz der Fische.

Durch optimale Koordination mit dem Bauunternehmen vor Ort begannen dann die Arbeiten auch unmittelbar im Anschluß. Hierdurch wurde sicher gestellt, dass möglichst wenig Fische den zu bearbeitenden Flußabschnitt neu besetzen.

Um die Strömungsgeschwindigkeit herabzusetzen, soll die Ahr wie bereits oben beschrieben einen geänderten Lauf mit möglichst kurvenreichen Flußarme entwickeln. Hierzu wurde das Flußbett durch Kiesaufschüttungen verjüngt und am Ende der Verjüngung ein Strömungslenker eingebaut, der verhindert, dass die Ahr nach einem Hochwasser wieder in einen gradlinigen Verlauf annimmt.

Im Anschluß daran folgt die Teilung des Flußbettes in zwei Läufe, die anschließend in einem weitläufigen, relativ flachen und kiesigen Teil zusammenfließen. Hier kann sich die Ahr dann je nach Wasserstand einen stetig wechselnden Verlauf suchen.

Anschließend wurde das Flußbett erneut künstlich verengt und ein weiterer Strömungslenker eingebaut, in dessen Höhe die Ahr einen weiteren Abzweig erhielt.

Beide Läufe vereinigen sich wieder nach ca 70 m, der Zusammenfluß trifft erneut auf einen Strömungslenker. Somit erhielt die Ahr auf ca. 500 m einen kurvenreichen Verlauf, der mit Sicherheit noch durch folgende Hochwasser geprägt wird.

 

NATURNAHE UMGESTALTUNG DER WEHRE

Das Bodendorfer Wehr

Das Bodendorfer Wehr diente  zur Bewä¤sserung der angrenzenden Wiesen, zum Antrieb der Öl- und Getreidemühle "Godenhaus", der "Schmitzmühle", sowie zur Stromerzeugung für den Sinziger Mineralbrunnen - Gebrüder Baum.

Bis zu seinem Umbau im Sommer 1997 bestand das Bodendorfer Wehr aus einer 1,60 m hohen betonierten Platte, die das Wehr unüberwindbar machte. Fischarten, die zum Ablaichen in die Quellbereiche vordringen müssen, wurden am Aufstieg gehindert.

Der Betonkörper wurde komplett entfernt und statt dessen auf 40 m Länge bis zu zwei Meter große Felssteine mit insgesamt 1150 Tonnen Gewicht quer zur Fließrichtung der Ahr im Abstand von ca. 3-4 m aneinandergereiht. Hierdurch entstanden zwischen jeder Steinreihe Gumpen mit mindestens 50 cm Wassertiefe.

Auf dem rechten Foto sind noch die einzementierten "Henkel" aus Eisen zu sehen, mit deren Hilfe der Bagger die Steine in Position legen konnte. Die Lücken zwischen den großen Lavafelsen wurden mit 700 Tonnen kleinerem Geröll und Kies aufgefüllt. 

Zuerst einmal ist  unsere Angelstrecke um zwei gute Fischplätze ärmer, da sich rechts und links des alten Wehres zwei tiefe Gumpen befanden, in denen viele Fische standen. Das neue Wehr wirkt jedoch nachhaltiger, da es den Fischen das Aufsteigen in die oberen Gewässerregionen bei jedem Wasserstand ermöglicht. 

 

[EINLEITUNG] [DIE AHR] [ANGELSPORTVEREIN] [BACHPATENSCHAFT] [RENATURIERUNG] [AHRUFERREINIGUNG] [FLIEGEN] [FISCHE] [AHR-ALTERNATIVEN] [LEKTÜRE] [LINKS] [IMPRESSUM]